Herzlich willkommen auf der Website des Münchner Lyrikers Ludwig Steinherr.

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Aktuelle Besprechungen zu "Alpenüberquerung":

 

Süddeutsche Zeitung/Antje Weber:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-im-sprachland-1.3508123

 

Fixpoetry/Paul-Henri Campbell:

https://www.fixpoetry.com/feuilleton/essays/paul-henri-campbell/dies-natalis-unmerkliche-wandlung

 

Neuer Artikel "Ludwig Steinherr" 

im KRITISCHEN LEXIKON ZUR DEUTSCHSPRACHIGEN GEGENWARTSLITERATUR

https://www.munzinger.de/search/klg/Ludwig+Steinherr/803.html

 

 



Drei von Ludwig Steinherrs  Gedichten sind soeben im UK erschienen in dem englischen Literaturmagazin STRUCTO, übersetzt von Richard Dove...

 


Lesung beim deutsch-arabischen Lyrik-Salon im Goethehaus, Frankfurt, am 5. November 2016


Gedicht deS MONATS

 

 

DER KONTRABASS

 

 

 

 

Innen hohl - tiefer hohl als jedes andere Instrument

Du spähst in das Schallloch wie durch einen Spalt 

im Fensterladen - Duft von Holz und vergangener Zeit

Ein Sommerhaus mit verhängten Spiegeln

Es ist düster - alles leer Die Möbel hat man fortgeschafft

Auf dem Parkett tanzt nur der Staub

Und es ist kalt: Ein Sommerhaus im tiefen Winter

du spürst den weiten Atem der Landschaft draußen

er fließt durch alle Ritzen:

Schneeflächen Hecken schwere Wälder

Eisflächen wie von Niederländern

doch es fehlen die Eisläufer die spielenden Kinder

Die schwarzen Krähen sind nur deine Einbildung

Das Haus ist leer - und dennoch wohnt hier eine Stimme

Ein einsamer Mann wohnt hier - 

er schläft in einer unsichtbaren Kammer

Frau und Kinder haben ihn verlassen oder es gab sie nie

Ein schwerer Mann mit dunklen traurigen Augen

Das Auto vor der Tür ist eingeschneit

Der Mann spricht nie Es gibt keinen Fernseher hier

Vielleicht war er einmal Börsenmakler?

Klempner? Pastor? Bibliothekar?

Jetzt ist seine Brille zerbrochen und er repariert sie nicht

Was tut er in dieser gottverlassenen Einöde?

Keiner weiß es, doch von seinen schweren Schritten

und seinem Räuspern zittert das Haus

Nur manchmal stellt er sich ins Treppenhaus

der Mann der nur deine Einbildung ist

stellt sich ins Treppenhaus 

tief in der Nacht und singt - 

mit seiner dunklen traurigen Stimme

singt so tief und laut und wunderbar

daß alle Winterwälder beben

 

 

 

(aus: Ludwig Steinherr, ELEFANT MIT OBELISK)